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Dieses Thema hat 19 Antworten
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 Alles was ihr zum Thema Tiere sagen wollt
Hagalaz Offline





Beiträge: 697

09.02.2012 22:20
Tierhaltung und Ethik antworten

Runenweib hat gestern geschrieben, dass es ein Thead gibt zum Thema Tierhaltung. Ich kann nur keines finden. Um last-virgins Thread nicht weiter zu verhunzen habe ich jetzt und hier dieses Thread eröffnet um die Diskussion weiter zu führen.

Hagalaz Offline





Beiträge: 697

09.02.2012 22:45
#2 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Einerseits betrachtet der Mensch, das Tier als ihm gegenüber unterwürfig und nicht ebenbürtig, aber andererseits scheinen diese Unterschiede mit Tierversuchen plötzlich zu vaporisieren. Denn man testet ja pharmazeutische, kosmetische und weitere Wirkungen an Tieren, für den Menschen.
Wer also bestimmt die Regeln der Ethik, die Präsenz der Wortwahl "es ist 'nur' ein Tier"?
Wenn man ein Tier gegessen hat, wurde es davor als Vieh oder Ware bezeichnet.
Wenn man Tierversuche unternommen hat, wurde das Tier davor als Rückschluss für den Menschen deklariert.
Wenn man zwei kleine süße Kätzchen zuhause großgezogen hat, wurden diese förmlich als Familienmitglieder angesehen, die man über alles lieb hat.
In China essen sie Hunde, wie wir Schweine essen.
In Indien ist jede Kuh heilig, während bei uns jede Kuh geschlachtet wird.
Da fragt man sich, was ist heutzutage noch ethisch-fragwürdig?

last-virgin Offline




Beiträge: 936

09.02.2012 22:46
#3 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Das ist sehr rücksichtsvoll von Dir..

last-virgin Offline




Beiträge: 936

10.02.2012 08:34
#4 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

.. wenn man den Mensch als denkendes Animal an der Spitze der Nahrungskette ansieht, ist es natürlich, dass er alles als Nahrung empfindet.
Da er aber denkend ist und seinem Wirken eine Struktur geben muß, auch um sich selbst im Kontext zur Natur zu begreifen, gibt er sich selbst ethische Gesetze, die sich immer mit dem eigenen Entwicklungsstand verändern und neu auf den Prüfstand kommen.
Leider liegen die und die Realität oft weit auseinander( ich glaube, weil fressen schneller geht wie denken).
Theoretisch ist Mensch ja bereit, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen, praktisch weit entfernt.
Was will man auch von einer Spezies erwarten, die sogar bereit ist, die eigene Existenz zu zerstören?
Trotzdem versuchen sich viele ranzuarbeiten, hier etwas zu ändern..aber nicht genug und in den unterschiedlichen Kulturkreisen gibt es gravierende Unterschiede, oft mehr als erschreckend...
Ich glaube, der Inder ist empört, was wir hier mit den Rindern veranstalten..so zeigt jeder auf den anderen mit dem Finger..nicht sehr effektiv zur Lösung des Problems...

Runenweib Offline





Beiträge: 3.280

10.02.2012 09:34
#5 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Dies wäre eine Möglichkeit gewesen aber so geht das auch.

Hunde, nur eine Sache...

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Drei weise Schwestern, zeitlos,
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Runenweib Offline





Beiträge: 3.280

10.02.2012 09:58
#6 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

@Hagalaz- wir Menschen sind schon eine besondere Spezies. Einerseits ist das was wir essen so weit weg von unseren Gefühlen.
Es hat keinen Namen also macht damit was ihr wollt.
Es hat einen Namen also gehört es mit zur Familie.
Ich finde, irgendwie leicht zwiespältig.
Ich esse auch Fleisch aber... ich fahre dann mal raus zum Bauern oder ich gehe hier in eine Schlachterei und hol mir Würstchen.
Ich kann dadurch zwar nicht gewährleisten dass es den Schlachttieren besser geht aber wen sollte man sonst noch vertrauen können?
Je nachdem, welche Bedürfnisse der Mensch hat, wird er ein (sein) Tier verhätscheln oder zu Tode Quälen.

Heist es in der Bibel nicht so schön: macht euch die Tiere untertan.
Nur- Respekt haben Menschen doch nicht einmal mehr sich selbst gegenüber.

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Hagalaz Offline





Beiträge: 697

10.02.2012 16:53
#7 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Deswegen verwundert es mich auch nicht, wenn mit den Tieren so kaltherzig umgegangen wird. Mit unseren Konsumverhalten können wir solche Dinge erheblich beeinflussen, macht aber nur Sinn wenn es den Mainstream erreicht. Zumindest kann man als einzelner Konsument dann wenigstens noch in den Spiegel schauen, wenn einem nicht egal ist woher ich mein Fleisch beziehe. Sicher werden wir den Tieren dadurch immer noch nicht zu 100% gerecht, aber die Richtung stimmt schon mal.

PEST Offline





Beiträge: 10.633

13.02.2012 01:19
#8 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Leute, der Planet ist begrenzt groß.
Wenn die Bauern ihre Tiere hätscheln und in ganz kleinen Gruppen halten, werden nicht "nur" eine milliarde Menschen auf der Welt hungern, sondern dann würde eine milliarde Menschen satt werden. Wir sind gerade 7 milliarden Menschen geworden, trotz Hungerstote, AIDS-Tote, Unfalltote und Kriegstote. Man kann nicht erwarten, das sich alle Menschen von Körnernahrung bei Kräften halten. Und wo überall sollen die Körner wachsen?
Also müssen Tiere gehalten werden. Wo viele Menschen Essen wollen, müssen viele Tiere gehalten werden. Und es wird nicht besser. In 10 Jahren werden es 8 milliarden Menschen sein. Das ist der pure Wahnsinn.
Und wir Menschen sind so weit raus aus der Natur, das wir garnicht mehr verstehen, das sich Lebewesen von anderen Lebewesen ernähren. Unsere Hunde und Katzen bekommen Dosenfutter oder Pellets. Meine Nachbarn sind entsetzt, wenn Biggy mal ne Wühlmaus gefangen hat. Unser Tiger hat Schwalben im Flug gefangen. Und ich esse Fleisch, weil es satt macht und schmeckt. Ich bin froh, das ich nicht in den Wald gehen muß, um ein Wildschwein zu erlegen. Ich gehe im Supermarkt jagen und freue mich, dass das Fleisch NOCH bezahlbar ist. Mir wird übel, wenn ich daran denke, das die Hähnchen vielleicht bald 8,-€ das Halbe kosten könnte. Dann fällt eine wichtige Nahrungsquelle für mich weg.
Wenn die Tiere sinnlos getötet werden, ist es eine ganz andere Geschichte. Wenn die Krähenschießer die Vögel anschließend essen würden, könnte ich es verstehen. Aber des Tötens wegen die Tiere abballern ist katastrophal. Ab und an gehe ich angeln. Aber kein Fisch stirbt durch mich grundlos. Ich will sie essen.

Menschen unterscheiden zwischen Nahrung und Freund. Sie halten sich den Hund, dem sie gerne mal ein Stück Schweinefleisch geben.
Alle Lebewesen, auch Pflanzen, unterscheiden zwischen Nahrung und Freund.

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Hagalaz Offline





Beiträge: 697

13.02.2012 18:06
#9 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Kartoffeln enthalten viel Stärke und machen satt. Ihr wisst doch hoffentlich, auf wie vielfältige und wohlschmeckende Weise man Kartoffeln zubereiten kann? Dasselbe gilt für Nudel-oder Reissgerichte. Wir, hier in unseren Breiten können uns das aussuchen, was wir essen.

Runenweib Offline





Beiträge: 3.280

14.02.2012 00:21
#10 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Lieber Hagalz- wäre net wenn du dann aber auch wieder die Kurve krigst zum Thema.

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Hagalaz Offline





Beiträge: 697

14.02.2012 17:30
#11 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

EINSPRUCH, EUER EHREN !!!

Liebes Runenweib, ich finde das ich überhaupt nicht vom Thema abgekommen bin. Da ich einen engen Zusammenhang sehe zwischen Ernährung, Konsumverhalten und der Tierhaltung in dem Bereich, wie du ja auch selber hier im Beitrag Nummer 5 von diesem Thread bestätigt hast, verwundert mich deine Reaktion hier drauf. Deshalb fühle ich mich von dir hier in diesem Thread zu Unrecht gemaßregelt.
Zu anderen Themen, wo ich/wir wirklich weit vom Thema abgekommen bin/sind hast du das nicht getan, obwohl du da viel mehr Grund dazu gehabt hättest.

Runenweib Offline





Beiträge: 3.280

14.02.2012 17:36
#12 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Ich wollte dich nicht maßregeln son dern von

Zitat von 

Kartoffeln enthalten viel Stärke und machen satt. Ihr wisst doch hoffentlich, auf wie vielfältige und wohlschmeckende Weise man Kartoffeln zubereiten kann? Dasselbe gilt für Nudel-oder Reissgerichte. Wir, hier in unseren Breiten können uns das aussuchen, was wir essen.



Wieder zurück auf das Thema Tierhaltung und Ethik.
Wie gesagt, ich finde kurze Abschweifer nix dramatisches. Solltet nur irgendwie die Kurve kriegen.

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Hagalaz Offline





Beiträge: 697

14.02.2012 18:40
#13 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Wie gesagt, zwischen Ernährung, Konsumverhalten, Tierhaltung von sogenannten Nutzvieh und deren Ethik sehe ich einen sehr engen Zusammenhang.

PEST Offline





Beiträge: 10.633

17.03.2012 15:21
#14 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Mein lieber Hagalaz.
Ich diskutiere eigendlich schon lange nicht mehr über mein Essverhalten. Aber dir zur Liebe doch noch mal.
Kartoffeln mögen ja ganz lecker sein. Mal als Pommes, mal als Stampfkartoffeln, mal als Pellkartoffeln.
Aber meine köperlichen Eigenschaften deuten ganz klar auf "Allesfresser" hin. Der mittellange Darm, die Verdauungssekrete, die Leberfunktionen, die Zähne...und ich habe nicht die zeit, den ganzen Tag Ballaststoffe zu essen. Ich möchte auch Proteine, aber nicht aus Soja, sondern aus echtem Fleisch. Ich brauche Eiweiße und Mineralien. Die Künstlichen kannste alle in die Tonne werfen.

Wozu soll ich auf 50 % der Lebensmittel verzichten? Warum soll ich auf die schönsten Geschmackserlebnisse verzichten?
Wenn es dir um die Tiere geht, die werden so oder so sterben, alle. Keins hat jemals das Leben überlebt. Wenn es gestorben ist, soll es doch ruhig den Weg aller Tiere gehen, die irgendwo in der Natur gestorben sind. Sie werden gefressen. Ob von Fliegenmaden, oder vom Wolf.
Das wir unsere Nahrungstiere züchten, ist doch immer noch besser, als wenn wir sie uns aus den Wäldern jagen, denn dann würde es schon lange kein Wild mehr geben.

Und nun fangen wir mal an zu rechnen.
Alleine in Deutschland leben 82 Millionen Menschen. Die Zahl sieht so aus: 82 000 000.
Wenn jetzt jeder Mensch NUR zwei Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt, brauchen wir jeden Tag mindestens 164 Millionen Portionen. Die Zahl sieht so aus: 164 000 000!!! JEDEN TAG!!!
In Europa haben wir nicht das ganze Jahr warm. Es gibt recht kalte Winter. Und Pflanzennahrung lässt sich nicht unbegrenzt halten, wärend Tiere den Winter in lebendem Zustand überstehen. Also, nehmen wir mal an, das Benzin kommt ans Ende, es ist Schluß mit weiten Transporten, werden Pflanzen aus den Tropen und Subtropen nicht zur Verfügung stehen, weder im Sommer, noch im Winter. Aber es wird weiter Fleisch geben.
Veganer werden aber aus ethischen Gründen verhungern.
Wie ethisch muß wohl ein Löwe denken???
Ach neee, das ist ja NUR ein Tier.

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PEST Offline





Beiträge: 10.633

17.03.2012 15:39
#15 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Ich finde es ethisch verwerflich, Tiere in Labors als Versuchsobjekte zu missbrauchen. So weiß man zwar, wie ein Gift auf Ratten wirkt, aber es muß auf Menschen noch lange nicht so wirken. Bei Contergan konnte man den Fehler sehr gut sehen. Ratten wurden ruhig von dem Medikament, aber bei Menschen gab es Missgeburten ohne Ende.
Heutzutage kann man sogar an menschlichen Zellen testen. Das bringt viel bessere Ergebnisse hervor.
Und man kann ja an Kinderschändern testen, wie was wirkt.

Wenn Menschen auf Menschen schießen, finde ich ethisch verwerflich.
Kein Tier tötet ein Anderes, nur des Tötens willen. Das ist wohl der einzige Unterschied, den ich zwischen Mensch und Tier sehen kann.
Ich finde es ethisch verwerflich, Tiere in Zoos einzukerkern um sie dann vorzuführen. Und Tiere in Zirkusse zu missbrauchen.
Der arme Knut. Er brachte Millionen, als er klein und knuffelich war. Ein weißes Wollknäul...so süüüüüüß....
Aber er wurde älter und grau, hat sich dem Betonhintergrund seines Kerkers angepasst. Er kostete nur noch Geld und die Gäste blieben aus.
Wie tötet man einen gefangenen Eisbären, ohne das es die Allgemeinheit mitbekommt?
Man quält ihn öffendlich zu Tode. Man erzählt den Menschen, das der liebe Knut nicht mehr so alleine sein soll. Und weil er ein Mann ist, freut er sich ganz dolle, wenn er zwei Frauen ins Gehege bekommt. Der Normalbürger denkt, oh wie schön, nun ist er nicht mehr so einsam. Und welcher Mann freut sich nicht über weibliche Gesellschaft?
Ja, Eisbärmänner freuen sich nicht.
Warum nicht? weil die Weibchen außerhalb der Paarungszeit alle Männchen abgrundtief hassen!!! Männchen bedeuten Gefahr für ihren Nachwuchs. Und die Weibchen werden alles tun, um den Männchen zu entkommen. Können sie nicht weg, werden sie ihn vernichten!!! Zu Zweit geht das noch besser.
Knut starb an Stress.
Nun wäre er nicht sinnlos gestorben, wenn man ihn gegessen hätte.
Klingt brutal, aber das wäre Natur gewesen. Oder man hätte sein Fleisch an die anderen Tiere verfüttern können. So brutal das klingt, aber das ist Natur. Eskimos essen die Eisbären, die sie geschossen haben. Und erstaunlich, wie Eskimos ganz ohne Pflanzennahrung bei Eiseskälte leben können....

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Hagalaz Offline





Beiträge: 697

18.03.2012 14:20
#16 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

@ Pest

Du brauchst dich nicht für dein Essverhalten zu rechtfertigen. Es ist nie meine Absicht gewesen dir das vorzuwerfen. Du ist gern Fleisch und gut. Ich esse auch gern Fleisch. Nur in Betrachtung der ganzen Fleischskandale und Viehhaltung, wollte eigentlich nur aufzeigen was es für einen Preis hat, sich das Fleisch so billig wie möglich, also vom Discounter zu holen. Und damit meine ich nicht den Kaufpreis als Endverbraucher.
Mich hat es jedenfalls dazu veranlasst weniger Fleisch zu konsumieren und es beim kleinen Privat-Fleischer einzukaufen. Der wiederum kauft das Schlachtvieh von kleineren Bauernhöfen, wo zum Beispiel nicht prophylaktisch Antibiotika im Futter enthalten sind. Und wo Schweine, Kühe und Schafe noch frei an der Luft rumspringen dürfen. Das ist zwar um 50-70% teurer als beim Discounter, aber garantiert hochwertiger und gesünder, und um was es mir hauptsächlich noch geht, nicht aus einem Nutzvieh-KZ.
Und bedrohte Arten habe ich auch ganz aus meinem Speiseplan verbannt.
Jedenfalls habe ich mit der Zeit noch festgestellt, dass es auch ohne Fleisch gehen würde und ich der Auffassung bin, dass die "Vegetarier", was Moral und Ethik betrifft eigentlich recht haben. Aber konsequent vegan zu leben, halte ich wiederum für nicht gesund. Dafür ist der Mensch auch anatomisch nicht gebaut. Wir Menschen brauchen auch tierisches Eiweiß und Fette.
Wenn wir dem Nutzvieh wenigstens ein Leben in einem soweit wie möglich natürlichem Lebensraum ermöglichen, finde ich es dann schon nicht mehr ganz so verwerflich.
Es ist schon klar, dass es auch was mit dem Geldbeutel zu tun hat. Und wer wenig hat, will so billig wie möglich haben. Und wer gar keins hat, der fragt nicht nach Moral und Ethik. Und nicht überall auf der Welt ist Süßwasser gleichmäßig verteilt, sodass man Landwirtschaft betreiben kann. Diese Menschen haben kaum eine Wahl.
Aber ich bleibe dabei, dass wir hier in Mitteleuropa keinen Hunger leiden müssen und selbst der Ärmste von uns noch wählen kann an einer Vielzahl von Mahlzeiten, mit dem wenigen was er an Zahlungsmitteln hat.
Ja, und was Tierversuche in Laboren angeht sind wir uns, glaube ich, einig. -NEHMT KINDERSCHÄNDER !!! -
Und Zoos halte ich auch für ethisch verwerflich.

Aber den Vergleich, wie ethisch muss wohl ein Löwe denken, finde ich albern.

PEST Offline





Beiträge: 10.633

18.03.2012 18:29
#17 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Zitat von 

dass wir hier in Mitteleuropa keinen Hunger leiden müssen und selbst der Ärmste von uns noch wählen kann an einer Vielzahl von Mahlzeiten, mit dem wenigen was er an Zahlungsmitteln hat.


Dies hier ist nicht meine erste Diskusion darüber.
Ich finde es unerhört, das es Menschen gibt, denen es finanziell scheinbar so gut geht, das ihnen der Fleischpreis egal ist. Und diese Menschen schreien nach einer Preiserhöhung.
Warum nur?
Schau doch mal in die Fleischtheken, zum Beispiel bei Netto. Da kannst du billiges und teures Fleisch kaufen. Es gibt Rindfleisch für 6,90€ und für 22,-90€ das Kilo. Du hast die Wahl, der arme Mensch aber auch.
Du redest von Antibiotika. Ok, die hat man im Fleisch, weil das Vieh im gesamten Bestand geimpft wird, wenn auch nur ein Tier erkrankt ist.
Und wie sieht es bei Obst, Gemüse und Getreide aus? Alles giftfrei? Wirklich Bio?
Was ist mit Pestizid, Fungizid, Herbizid? Wo kam der EHEC her? Aus Sojasprossen? Oder waren es doch Gurken? Oder Tomaten?

Also, du kannst dein Fleisch gerne beim Schlachter deines vertrauens kaufen. Ich muß mein Fleisch beim Discounter kaufen, der es erschwinglich anbietet. Mir ist es egal, ob ein Hähnchen im Sonnenschein leben durfte, oder ob es im Käfig darbte. Es soll mich satt machen, mehr nicht.

Weißt du, mir hat mal ein Kaninchenzüchter vier Kaninchen geschenkt. Ich dachte, tu den Tierchen was Gutes und halte sie draußen in einem großen Auslauf. Das war eine Fläche, 8 x 8 Meter. In dem Auslauf jede Menge frisches Gras und recht weiche Erde zum buddeln.
Aber anstatt zu budeln und glücklich umher zu springen, starben alle innerhalb von wenigen Wochen. Der Züchter sagte mir, das die Tiere sowas nicht kennen. Sie sind Boxen 60 x 60 cm gewohnt. Sie können weder Wind noch Regen vertragen.
Ich will damit sagen, das es die Hühner gewohnt sind, in den Käfigen zu leben. Sie kennen es nicht anders.
Ich weiß nicht, wie du wohnst. Aber wer im Plattenbau aufwachsen ist und nie was anderes kennen lernte, wird sich im Plattenbau zu Hause fühlen und es wird ihm gut gehen. Ich vergleiche den Plattenbau mit dieser Käfighaltung bei den Hühnern. Dicht an dicht leben die Menschen in engen Wohnungen. Aus Platzgründen geht es aber nicht anders. Irgendwo müssen die vielen millionen Menschen leben. Bei den Tieren ist es das Selbe.
Wer auf dem Lande aufgewachsen ist, kann sich nicht vorstellen, jemals im Beton zu leben.
Also, wenn die Hühner in Freiheit lebten und dann in diese Käfige kommen, werden sie schwer leiden. Aber wenn sie nichts anderes kennen, leiden sie auch nicht. Es gibt Kinder, Menschenkinder, die schon als Säugling ins Heim kamen. Die kennen nichts anderes und finden ihr Leben völlig normal. Erst wenn sie was anderes kennen lernen und vergleichen mit dem, was sie bis dahin hatten, könnten sie auf den neuen Lebensstil umsteigen.
Also, wenn ein Hähnchen erst im Stall lebte und dann die Freiheit kennen lernt, könnte es überfordert sein und sterben, oder sich an das neue Leben gewöhnen und nie wieder zurück wollen.
Die Hähnchen wurden aber alle aus den Käfigen in den Schlachthof gebracht. Also haben sie nie was Besseres kennen gelernt.
Wildtiere im Zirkus kennen ein anderes Leben und leiden sehr. Menschen im Gefängnis ebenfalls.
Aber wer das Kinderheim gewohnt ist, kommt auch im Gefängnis besser klar. Zumindest war das bei Rüdiger so.(Ein Freund von mir)

Ich weiß nicht, ob ich das verständlich aufschreiben konnte.
Man kann jetzt ein Tierliebhaber sein und aus Mitleid auf Fleisch essen verzichten, aber man darf nicht erwarten, das alle anderen auch verzichten müssen.
Ich bin froh, das ich mir mein tägliches Fleisch NOCH leisten kann, weils preiswert ist. Genau so freue ich mich auch, das ich mir NOCH billige Gurken kaufen kann, das noch nicht ALLE Gurken BIO sind. Zumal die Biogurken immer in Plastik verpackt sind. Da beisst sich die Biokatze selber ins Bein. Oder ist das Biofolie???

Im Übrigen solltest du mal deine Augen öffnen. Inzwischen leiden Millionen Menschen in DEUTSCHLAND an Hunger. Oder was glaubst du, warum es jede Menge Suppenküchen gibt?

Diese Menschen freuen sich über Fleisch, das sie bezahlen können.
Auch ich habe den Hunger kennen gelernt.

Und bitte nimm meine Worte nicht persönlich. Ich will dich nicht angreifen.

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Hagalaz Offline





Beiträge: 697

19.03.2012 21:32
#18 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Es ist schon so wie du sagst, dass man sich beim konsumieren überhaupt nicht 100%ig sicher sein kann ob dass was als Bio deklariert wird auch wirklich Bio ist. Das rechtfertigt dann auch nicht die hohen Preise. Der Verbraucher wird so getäuscht und doppelt und dreifach über's Ohr gehauen. Alles andere muss jeder mit sich selber ausmachen, was er für moralisch und ethisch vertretbar hält. Wer wenig Geld hat, für den kommt wohl kaum Bio in Betracht.
Auch ich habe mal eine längere Zeit von Hartz-4 leben müssen. Da gab es 345 Euro im Monat zum leben. Es hat aber immer ausgereicht um satt zu werden. Sicher, mal 'ne Hose oder 'n Paar Schuhe gekauft und schon musste man mächtig improvisieren um durch den Monat zu kommen. Oft habe ich die letzten Tage im Monat von Nudeln mit Ketchup bestritten und/oder Bratkartoffeln. Die Bio-Frage hat sich da nicht gestellt. Und auch heute kaufe ich noch so ein, außer beim Fleisch.

Das Video über Armut in Deutschland ist schon traurig. Also, dass das viele Suchtkranke in Anspruch nehmen ist schon klar, weil die Kohle für Alk, Heroin und was weiss ich nicht alles drauf geht. Da ist es auch kein Wunder das diese Menschen Hunger leiden. Da stellt sich die Frage will ich essen oder saufen.
Nicht ganz nachvollziehbar sind für mich die Schicksale von Leuten, die keine Süchte haben und trotzdem die Suppenküchen aufsuchen müssen. Kriegen die nicht auch das Alg.2? Wie gesagt, bei mir hat das Hartz-4 zum essen, trinken und rauchen meistens ausgereicht.

PEST Offline





Beiträge: 10.633

19.03.2012 23:49
#19 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Zitat von 

Alles andere muss jeder mit sich selber ausmachen, was er für moralisch und ethisch vertretbar hält.


Stimmt, das muß jeder für sich selber ausmachen.
Als nächste Stufe der Ethik und natürlich Preistreiberei ist Fair Trade. Angeblich verdienen die Kakaoernter in Afrika durch Fair Trade wesendlich besser, als normale Kakaobohnenernter. Auch die Kaffeeernter, Baumwollpflücker, Schafscherer und und und verdienen auf einmal so viel besser, wegen Fair Trade.
Wirklich?
Gerade bei Kaffee und Kakao wird trotz Fair Trade Kinderarbeit zugelassen. Die Ernter haben garnichts vom Fair Trade. Aber der Bezitzer der Plantagen, der ernten lässt, ja der hat mehr in der Tasche.

Zitat von 

Es hat aber immer ausgereicht um satt zu werden.


Wenn die Preise so bleiben, kann man, wenn man gut einkauft, durchaus vom Hartz IV leben, vorausgesetzt man hat keine anderen Bedürfnisse zusätzlich zu befriedigen, wie neue Klamotten, oder mal ins Kino, oder mal auf einen Mittelaltermarkt. Und überhaupt noch andere Bedürfnisse als Essen und Trinken. Strom zu verbrauchen zum Beispiel, oder Wasser. Das bezahlt das Amt leider nicht. Muß jeder selber sehen, wie er die Stromrechnung bezahlt.
Du nanntest Alkohol. Schau dir das Video bitte noch mal an und sieh dir die Leute an, die zu den Küchen pilgern. Alles Alkis? Alles Penner? Alles Heroinsüchtige und Kiffer??? Sie torkeln und reden Unsinn??? Wirklich? Wo?
Oder kannst du die eine oder andere Mutti sehen? Rentner vielleicht auch? Ist irgend ein Besoffener oder Angetrunkener zu sehen?
Weißt du, das man sich mit Bier billiger ernähren kann, als mit Brot? Man bekommt den Liter Bier, also zwei Flaschen, schon für 46 CENT!!!! Dazu noch mal 16 Cent Pfand, den man zurück bekommt. So...und dann kann man sagen, 7 Bier sind auch ein Schnitzel. Sorry, aber ich war Arbeitslos, Obdachlos und Alkoholiker. Ich habe lieber gesoffen, als gegessen. Suppenküchen gab es damals in meiner Stadt noch nicht. Und selbst wenn es sie schon gegeben hätte, garantiere ich dir, das man mich weggeschickt hätte, wenn ich besoffen da hingegangen wäre. Denn die Leute, die die Nahrung verteilen, achten sehr darauf, das nur solche Leute was bekommen, die es wirklich brauchen. Wer Geld für Alk hat, ist nicht auf die Küche angewiesen. Da hast du Recht. Übrigends wurde mir damals das ALG gestrichen, weil ich besoffen zum Amt gegangen bin.
Die von der Leyen hat ja nun allen Arbeitslosen 30,-€ gekürzt, wegen Saufen und Rauchen.
Ich bin Nichtraucher und Nichttrinker und wurde gekürzt. Um 30,-€, weil sie alle Arbeitslosen als Raucher und Säufer sieht.
Aber die Arbeitslosen sind nicht alle gleich. Und so kann einer durchaus mit 345,-€ über den Monat kommen, ohne Rauchen und Trinken. Und ein Anderer reicht damit nicht, auch wenn er nicht raucht und trinkt. Der Eine ist mit Nudeln und Ketchup zufrieden, der Andere mag auch mal ein Stück Fleisch und gesundes Obst und Gemüse. Der mit den Nudeln wird über den Monat kommen, der Andere nicht. Du sagtest ja selbst: Oft habe ich die letzten Tage im Monat von Nudeln mit Ketchup bestritten und/oder Bratkartoffeln.....
Du magst damit bei Kräften geblieben sein, jemand Anderer wird davon krank. Also ich würde schwer leiden. Ich brauche mein täglich frisches Obst.
Mein Teller muß bunt sein, Kartoffeln, Kotelett, dazu Bohnen, oder Erbsen, oder Spargel, oder Rosenkohl oder oder oder...und dazu eine Gewürzgurke, Paprika und rote Beete. Oder andere Beilagen. Pilze auch sehr gerne. Ich will mich wohl fühlen. Das geht nur, wenn ich gesund und vollwertig gegessen habe. Und was meinst du, würde ich meinen Kindern zu Essen bieten wollen? Jeden Tag Nudeln und Ketchup...

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Hagalaz Offline





Beiträge: 697

24.03.2012 12:26
#20 RE: Tierhaltung und Ethik antworten

Ich denke, dass ALG.2(Hartz-4) genau so kreiert worden ist, dass nur die aller nötigsten Bedürfnisse befriedigt werden sollen. Zum leben zu wenig und zum sterben zu viel, aber immerhin haben wir es "noch". Was soll werden, wenn es das auch nicht mehr gibt? So sicher ist das nämlich nicht. Es ist wohl mit so wenig Geld auskommen zu müssen. Doch bei all dem Gejammer darum, dürfen wir uns im Vergleich zu anderen Staaten noch glücklich schätzen. Die bekommen im Vergleich bei weitem weniger als wir und die Lebensmittelkosten sind viel höher als in Deutschland, nehmen wir zum Beispiel Griechenland, Portugal oder Spanien. Ich will das auch nicht rechtfertigen oder gutheißen, aber mit den Bedürfnissen jedes Einzelnen ist es dann so eine Sache. Fakt ist aber auch, dass die Berechnungen des ALG2 oder der Grundsicherung bei weitem zu weit unten angesetzt sind um ein menschenwürdiges Dasein zu bestreiten. Das Geld wäre wohl da, nur sehr ungleichmäßig verteilt. Und dann wären wir wieder bei der Habgier des Menschen und den Machtansprüchen einer gewissen elitären Gruppe. Selbst als Geselle muss ich auch auf so Vieles verzichten, weil es finanziell einfach nicht drin ist. Und selbst wenn ich das doppelte verdienen würde, fallen mir wieder garantiert irgendwelche Sachen ein, die ich nicht machen kann weil es abermals finanziell nicht möglich ist. Wo liegt also die Grenze für ein menschenwürdiges Dasein und den Bedürfnisbefriedigungen jedes Einzelnen?

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