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Dieses Thema hat 9 Antworten
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 Alles was ihr zum Thema Tiere sagen wollt
Wa-hya Offline





Beiträge: 19

12.11.2013 15:35
Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

Es ist ja nun seit Jahren nicht mehr von der Hand zu weisen, dass der Wolf nach ca. 150 Jahren langsam, aber sicher inzwischen wieder in Deutschland Fuß fasst (bzw. nicht nur da, sondern auch in anderen Nachbarländern, aber ich möchte mich hier erstmal nur auf Deutschland beschränken)... Ich persönlich beschäftige mich nebenbei schon ungefähr seit 2004 mit dem Thema und sehe dieser Rückkehr positiv entgegen (um ehrlich zu sein: Ich freue mich sogar darüber, auch wenn ich die "Nachteile" bzw. Folgen natürlich nicht aus den Augen verliere).

Da ich u.a. 2x im Jahr die halbjährliche Ausgabe des "Wolfmagazin" erhalte (die einzige deutschsprachige "Zeitschrift" bzw. inzwischen Buchserie zum Thema Wölfe und deren Verwandten), möchte ich hier eben auch mal den aktuellen Stand der Dinge aufschreiben:

Zitat von Wolfmagazin
Aktuell gibt es in Deutschland insgesamt 24 Wolfsrudel bzw. -paare und 3 territoriale Einzelwölfe.

> Sachsen: 9 Wolfsrudel und -paare

> Sachsen/Brandenburg: 1 Wolfsrudel

> Brandenburg: 7 Wolfsrudel (Zschorno, Welzow, Lieberose, Seese, Jüterbog, Sperenberg und Brück/Lehnin). 4 Gebiete mit grenzübergreifenden territorialen Wölfen (Grenzgebiet mit Sachsen, Grenzgebiet zu Mecklenburg-Vorpommern in Kyritz-Ruppiner Heide/Müritzregion, Grenzgebiet zu Sachsen-Anhalt im Raum Altengrabow, Dreiländereck Annaburger Heide)

> Sachsen-Anhalt: 3 Wolfsrudel (Truppenübungsplatz Altengrabow, Gegend um Göritz, Colbitz-Letzlinger Heide), 1 territorialer Einzelwolf im Dreiländereck mit Sachsen und Brandenburg (Annaberger Heide)

> Mecklenburg-Vorpommern: 1 Wolfspaar (Lübtheener Heide) und 2 territoriale Einzeltiere (Ueckermünder Heide und Müritzregion/Kyritz-Ruppiner Heide (Grenzgebiet zu Brandenburg))

> Niedersachsen: 3 Wolfsrudel (Truppenübungsplatz Munster-Nord, Wendland und Bergen)

> Schleswig-Holstein: 1 territorialer Einzelwolf im Kreis Segeberg? (seit Anfang 2013 in dem Gebiet nicht mehr nachgewiesen)

Die Wölfe in Deutschland gehören zusammen mit den Wölfen in Westpolen zu der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation. In Westpolen wurden Anfang 2013 von der Association for Nature WOLF (AfN Wolf) insgesamt 29 Wolfsrudel bzw. -paare nachgewiesen

(Quelle: Wildbiologisches Büro LUPUS, Stand Juli 2013)


Wie steht ihr denn zu diesem Thema? Es ist ja durchaus ein recht brisantes und heißdiskutiertes Thema, was auch ab und an durch die Presse ging und geht...

"Was immer ich zu geben habe, schenke ich dem Meer. Es verschlang den größten Teil von mir, der Rest kommt hinterher."
"Dort wo mein Herz schon immer war, dort soll nun auch mein Körper sein."

(Zitate aus dem "Seeräuberleyd" von Elmsfeuer)

Forest Offline





Beiträge: 1.617

19.11.2013 21:21
#2 RE: Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

Also ich hab da mal ne Frage!Letzten Winter,so hat mir ein Bekannter gesagt...da lag ein totes Reh im Wald,fast aufgefressen.!Da waren auch Schleifspuren zu sehen.Kann das ein Wolf gewesen sein???Kann mir nicht vorstellen,dass es ein Hund war!

Wa-hya Offline





Beiträge: 19

19.11.2013 21:33
#3 RE: Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

Hm, wie sahen das denn aus am Reh? Also die Biss-Spuren etc.?
Ansonsten schau mal hier nach : http://wolfsregion-lausitz.de/index.php/rissbegutachtung

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PEST Offline





Beiträge: 10.673

21.11.2013 02:44
#4 RE: Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

Im Ücker-Randowtal gibt es mindestens drei erwachsene Wölfe und einige Welpen.
Letztens, als ich Pilze sammneln war, habe ich sie heulen hören, nur etwa 150 Meter entfernt. Ich hatte meinen Hund mit. Und ja, Biggy hatte Angst und blieb auf Fußlänge hinter mir, egal wo ich hingegangen bin.
Und ich selber? Ja, ich habe mein Messer etwas fester in die Hand genommen und gedacht, "Lasst uns in Ruhe. Ich werde mich und meinen Hund sonst mir aller Karft verteidigen. Einen von euch mache ich mindestens alle"!
Aber sie haben Abstand gehalten.

Ansonsten bin ich dafür, das sie wieder hier sind. Aber einige Jägerfreunde sind wütend, weil sie jetzt nicht mehr so Wild schießen können, wie sie es bisher gewohnt waren. Von Wegen Abschußliste und so. Die Wölfe müssen jetzt mit bedacht werden. Da, wo man die Wölfe vergessen hatte, gab es nach kurzer Zeit zu wenig Wild. Das wiederum führte dazu, das die Wölfe ans Nutzvieh gingen. Hauptsächlich auf Schafe.

Moin Förster, schön, mal wieder was von dir zu lesen. Ich hoffe, das bei dir so weit alles ok ist?
Uns gehts gut. Marion hat wieder Arbeit und mein Geschäft läuft auch ganz gut. Wir sind weg vom Amt.
Nun zu deinem beitrag.
Du wohnst in Chemnitz. Da gibt es auch Luchse. Die ziehen ihre Beute gerne in ein Versteck. Und sie jagen Rehe.
Wölfe fressen eher an Ort und Stelle. Sie sind meistens im Rudel unterwegs und fressen ein Reh sofort auf. Außerdem bewachen sie gerne ihre Beute, falls die mal etwas größer ausgefallen sein sollte. Als Rudel können sie jeden Angreifer verjagen.

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last-virgin Offline




Beiträge: 943

29.12.2013 11:09
#5 RE: Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

hier mal ein kleines Gedicht von mir, das sowohl zum Winter, als auch zum Thema Wölfe passt.

Winter

Schnee?
nicht unbedingt,
aber klirrende Kälte.

Raureif liegt über allem,
Gräser, Bäume und Zäune
erscheinen
zerbrechlich und fremd.

Unzählige Eiskristalle
lassen im Dunkeln
Winterkulissen
märchenhaft schimmern.


Einsam heult
ein Wolf,
schaurich schön.

Leben.

Eilige Schritte klappern
frierend heimwärts.

Ich freue mich, dass die Wölfe zurück sind.

lg

last-virgin

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PEST Offline





Beiträge: 10.673

10.01.2014 15:09
#6 RE: Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

Wunderschön. Mir ging dabei eine Gänsehaut über den Rücken...

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Wa-hya Offline





Beiträge: 19

14.01.2014 20:43
#7 RE: Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

So, neueste Infos direkt vom Kontaktbüro LUPUS aus der Lausitz (Sachsen):

Zitat von Kontaktbüro LUPUS
Presseinformation 14.01.2014



Aktuelle Informationen Wolfsvorkommen

Aktuell sind in der Lausitz 15 Wolfsfamilien oder -paare nachgewiesen (siehe Abb.1); zehn davon in Sachsen (Daubitz, Nochten, Milkel, Niesky, Dauban, Seenland, Rosenthal, Kollm, Königsbrücker Heide und Hohwald). Vier Territorien (Welzow, Zschorno, Lieberose und Seese) befinden sich im brandenburgischen Teil der Lausitz. Das Spremberger Rudel hat sein Territorium sowohl auf brandenburgischem als auch auf sächsischem Gebiet.
In der Annaburger Heide, im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen, gibt es seit Herbst 2010 immer mal wieder bestätigte Hinweise auf einen Wolf. 2013 konnten dort Welpen nachgewiesen werden.
Im Jahr 2013 gab es zwei Neuetablierungen (Kollmer Rudel und Rosenthal-Paar) in Sachsen. Im Rahmen des Wolfsmonitorings wurde in zwölf Lausitzer Wolfsterritorien Nachwuchs bestätigt: Daubitz, Niesky, Nochten, Dauban, Milkel, Kollm, Seenland, Hohwald, Königsbrück, Spremberg, Welzow und Lieberose. Insgesamt konnten 45 Welpen nachgewiesen werden.

Das Lausitzer Wolfsgebiet, das sich von Sachsen bis in den Süden von Brandenburg erstreckt, umfasst aktuell eine Größe von etwa 4.500 km2. Wölfe sind territoriale Tiere, d.h. ein Wolfspaar verteidigt sein Revier gegenüber anderen Wölfen. Diese Reviere sind in der Regel zwischen 150 und 350 km2 groß.
Ein Wolfsrudel ist meist eine Kleinfamilie bestehend aus einem Elternpaar und dessen Nachkommen der letzten zwei Jahre (Welpen und Jährlinge). Die meisten Jungwölfe wandern im Alter von 1 bis 2 Jahren aus ihrem elterlichen Rudel ab, um ein eigenes Revier zu finden.
Durch diese Lebensweise verteilen sich vergleichsweise wenige Wölfe auf großer Fläche. Man geht von ca. 2-3 Wölfen pro 100 km2 aus; vergleichbare Zahlen sind aus anderen Wolfsgebieten in Mitteleuropa bekannt.

Herdenschutz:
2013 gingen 33 Meldungen von Nutztierschäden im Freistaat Sachsen ein, in 21 Fällen konnte der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen 21 Fällen wurden insgesamt 50 Nutztiere getötet bzw. vermisst und sechs weitere verletzt. In 13 der 21 Fällen waren die Tiere nicht oder unzureichend geschützt. In 8 Fällen wurde Schadensausgleich gezahlt, insgesamt eine Summe von 3.135,38 Euro.
Voraussetzung für einen finanziellen Ausgleich im Schadensfall ist die Einhaltung eines entsprechenden Mindestschutzes durch den Tierhalter.
Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe haben sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten.
Zusätzlich haben Nutztierhalter im Fördergebiet die Möglichkeit sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Im Jahr 2013 wurden € 28.927,14 zur Förderung von Präventionsmaßnahmen gezahlt.
Für weitere Fragen zu den Schutzmaßnahmen und zu Fördermöglichkeiten stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter der Telefonnummer 0172/3757602 oder unter andre.klingenberger@smul.sachsen.de zur Verfügung

Tote Wölfe:
Im letzten Jahr wurden im Freistaat Sachsen 4 Wölfe überfahren und ein weiterer wurde illegal geschossen. Vier der Wölfe waren Welpen und in einem Fall handelte es sich um die ehemalige Nochtener Fähe „Einauge“, welche mit 12 oder 13 Jahren die bisher älteste freilebende Wölfin in Deutschland war.

Am 02. Januar 2014 wurde auf der A4 (Görlitz – Dresden) zwischen den Anschlußstellen Niederseifersdorf und Weißenberg ein männlicher Wolfswelpe überfahren.
Der Welpe war für die Jahreszeit relativ klein und hatte Räude. Zurzeit gibt es in Sachsen nur im Nochtener Wolfsrudel Hinweise auf Räude bei den Wölfen. Noch ist unklar aus welchem Rudel das Tier stammt – dies müssen genetische Untersuchungen zeigen.

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772/ 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de) oder an LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, kontakt@buero-lupus.de).

"Was immer ich zu geben habe, schenke ich dem Meer. Es verschlang den größten Teil von mir, der Rest kommt hinterher."
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PEST Offline





Beiträge: 10.673

16.01.2014 04:13
#8 RE: Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

Ja, es gibt schon recht viele Wölfe. Und so langsam könnte es in Deutschland eng werden. Denn Wölfe brauchen sehr große Reviere.
Und wenn die Wölfe in die Städte kommen, kann es richtig gefährlich werden.
Also ich werde meinen Hund mit allen Mitteln gegen jeden verteidigen, der ihm was antun will, egal ob Mensch oder Wolf oder sonstwas.
In Hoyerswerda ist was passiert: http://www.wochenkurier.info/no_cache/su...in-hoyerswerda/

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last-virgin Offline




Beiträge: 943

16.01.2014 09:41
#9 RE: Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

Guten Morgen Andreas,

da hast Du recht, das wird wirklich ein Problem. Bei aller Liebe zum Wolf finde ich, hier muß der Mensch regulierend eingreifen, es gibt halt nicht mehr die riesigen Reviere für eine unbegrenzte Wolfsmenge.
Es gibt ja Fachleute, die genau ermitteln können, wieviel Wölfe verträgt das Gebiet, wie verhalten sich die Wolfsrudel, was brauchen sie und wieweit greifen sie in die Regulierung der anderen Wildtierpopulation ein.
Und dann muß halt ein Regularium wie bei den Wildschweinen festgelegt werden, und das nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

lg

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PEST Offline





Beiträge: 10.673

21.01.2014 18:37
#10 RE: Rückkehr der Wölfe nach Deutschland antworten

Nun...man kann die Wölfe dazu bringen, in ganz bestimmten Revieren zu bleiben. Aber dazu MUSS der Jäger seine eigene Jagd zurück nehmen und den Wölfen mehr Wild zur Verfügung stellen. Ist mehr Rehwild in den Wäldern, werden die Wölfe auch in den Wäldern bleiben. Fehlt das Rehwild, gehen die Wölfe suchen. Finden sie dann Schafe, sind die eben Beute. Dem Wolf ist das egal, er hat nur Hunger.

Aber wie ich die Menschen kenne, werden sie nicht die Rehe leben lassen, damit die Wölfe Futter finden, sondern sie werden die Wölfe abballern.

Ich bin Angler. Und die Fischer klagen darüber, das zu viel Weißfisch in den Seen ist.
Ja, aber Jahrzehnte lang immer schön die Hechte und Zander abgefischt...auch in den Laichzeiten. Nun gibt es kaum noch Hecht und Zander.
Hätten sie die Fische mal in der Laichzeit geschont, damit sie ablaichen können, Eier legen, die Art erhalten, sich vermehren. Aber nein, abfischen, Geld verdienen.
Gerade Fischer sollten wissen, was passiert, wenn sie die Raubfische gnadenlos abfischen. Es sind Fischer, die den Angler zwingen, die Laichzeiten einzuhalten. Und der Angler respektiert das, weil er ja auch noch im nächsten Jahr angeln will.
Warum hält sich der Fischer nicht an seine eigenen Bestimmungen?

Genau so wird es auch mit den Wölfen kommen. Sie werden lieber die Wölfe abschießen, als auf die Rehwildjagd zu verzichten, damit der Wolf Futter hat.

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